Hochwasser
Wenn Sie in einem hochwassergefährdeten Gebiet wohnen, ist es wichtig,
rechtzeitig Vorsorgemaßnahmen zu treffen und das Verhalten auf diese Gefahren
abzustimmen.
Staat und Kommunen treffen Schutzmaßnahmen und
Vorbereitungen, um die Auswirkungen solcher Schadensereignisse zu begrenzen.
Daneben kann auch jeder Einzelne durch gezielte Vorbereitungen Schäden vermeiden
oder vermindern.
Um insbesondere die Gefährdung in Wohnbereichen
einschätzen zu können, sollten Sie zunächst die für Sie kritische
Hochwassermarke (ggf. über Ihre Gemeinde) abklären. Gleiches gilt für die zu
erwartenden Grundwasserstände.
Generell ist zu beachten, dass die
Versorgung mit Strom, Trinkwasser und Lebensmitteln bei Hochwasser und auch nach
Ende der unmittelbaren Hochwassergefahr beeinträchtigt oder unterbrochen sein
kann.
Mit der Beachtung folgender Hinweise können Sie dazu beitragen,
sich auf eine Hochwassersituation vorzubereiten bzw. diese besser durchzustehen.
Über Ihre Gemeinde erhalten Sie weitere Informationen und Hinweise.
1. Vor dem Hochwasser
Bauvorsorge betreiben:
- Hochwassergefährdete
Stockwerke und Gebäudeteile angepasst nutzen
- Hochwasserverträgliche
Baumaterialien verwenden
- Versorgungseinrichtungen
(Heizanlage, Strom, Wasser) unter Berücksichtigung der Hochwassergefahr planen
oder umbauen
Vorbereitende Maßnahmen treffen:
- Schalbretter,
wasserfeste Sperrholzplatten und Silikon zum Abdichten gefährdeter Räume
anschaffen
- Heizöltank
sichern (Verankerung oder Ballastierung gegen Aufschwimmen) und Tanks verwenden,
die für "Wasserdruck von außen" geeignet sind (vgl. Merkblatt des bayerischen
Umweltministeriums, s.u.)
- Absperrmöglichkeiten
von Leitungen vorbereiten
- Gefährliche
Stoffe oder Chemikalien rechtzeitig auslagern
- Versorgung
hilfebedürftiger oder kranker Personen planen (z.B. durch “Evakuierung” zu
Verwandten oder Freunden außerhalb der Gefahrenzone)
- Evakuierung
von Tieren planen/vorbereiten
- Im
Gefahrenfall können Festnetztelefon und auch Mobilfunknetz ausfallen: Daher mit
Nachbarn Not- und Gefahrenzeichen absprechen
- Mit allen
Familienmitgliedern die Aufgabenverteilung im Ernstfall absprechen
In Einzelfällen notwendig:
- Lebensmittel-
und Trinkwasservorrat anlegen
- Netzunabhängiges
Radio und ausreichend Reservebatterien sicherstellen
- Netzunabhängige
Notbeleuchtung sicherstellen
- Netzunabhängige
Kochgelegenheit sicherstellen
- Netzunabhängige
Kochgelegenheit sicherstellen
- “Ersatztoilette”
planen
- Notgepäck
und Sicherung von Dokumenten vorbereiten
2. Wenn sich ein Hochwasser ankündigt
- Aktuelle
Wettermeldungen und Hochwassernachrichten und -warnungen über die
Rundfunksender, die Videotexttafeln von Fernsehsendern ihres Sendegebiets und
ggf. Internet verfolgen
- Gefährdete
Gewässer- und Uferbereiche verlassen, Warnungen vor Vorabsenkungen von
Talsperren und Stauanlagen und künstlichen Hochwasserwellen beachten
- Ggf.
Mitbewohner oder Nachbarn, die gerade nicht vor Ort sind, informieren
- Getroffene
Vorsorgemaßnahmen überprüfen und ergänzen
- Wichtige
Telefonnummern aktualisieren und griffbereit halten
- Gefährdete
Räume leer räumen
- Gefährdete
Türen, Fenster, Abflussöffnungen usw. abdichten
- Heizungen
und elektrische Geräte in bedrohten Räumen sichern bzw.
- Hausentwässerungsanlagen
und Rückstauklappen im Keller überprüfen
3. Während des Hochwassers
Menschenleben vor Sachwerten:
- Menschenrettung
geht der Erhaltung von Sachwerten immer vor!
- Keine
Rettungsversuche ohne Eigensicherung, rufen Sie Hilfe!
- Bei Gefahr
von Überschwemmungen keinesfalls in Keller oder Tiefgaragen gehen!
- Kinder aus
dem Überschwemmungsgebiet in Sicherheit bringen!
- Uferbereiche
nicht betreten. Hier besteht Unterspülungs- und Abbruchgefahr! Gleiches gilt für
überflutete/teilüberflutete Straßen.
- Absperrungen
beachten und Anweisungen der Gemeinde und Einsatzkräfte unbedingt Folge leisten!
- Auf
Hochwasser führenden Gewässern nicht mit Privatbooten „spazieren“ fahren
(Wellenbildung und Gefahr von Hindernissen)
Vorsicht bei Kraftfahrzeugen:
- Keine
überfluteten Straßen durchfahren! Dringt Wasser in den Motorraum, droht
erheblicher Schaden; die Betriebstemperatur eines Katalysators liegt bei rund
700°C, plötzliche Abkühlung kann zum Zerspringen des Keramikkopfes führen.
- Steht das
Fahrzeug bis zur Ölwanne oder über die Räder im Wasser, keinesfalls starten,
sondern abschleppen und in Werkstatt überprüfen lassen.
4. Nach dem Hochwasser
- Wasserreste
und Schlamm entfernen, betroffene Räume jedoch erst leer pumpen, wenn das
Hochwasser abgeflossen und der Grundwasserspiegel ausreichend gesunken ist
(Gefahr durch Auftrieb und Wasserdruck)
- Fußbodenbeläge
und Verkleidungen zur Kontrolle entfernen oder öffnen
- Betroffene
Bereiche schnellstmöglich trocknen, um Bauschäden, Schimmelpilzbefall oder
anderen Schädlingsbefall zu verhindern
- Beschädigte
Bausubstanz überprüfen lassen (Statik)
- Vom
Hochwasser betroffene elektrische Geräte und Anlagen vor Inbetriebnahme vom
Fachmann überprüfen lassen
- Heizöltanks
auf Schäden überprüfen
- Feuerwehr
verständigen, wenn Schadstoffe (z.B. Pflanzenschutzmittel, Farben, Lacke,
Reiniger, Heizöl) freigesetzt wurden. Eigene Maßnahmen (Ölbindemittel) nur in
Absprache mit der Feuerwehr vornehmen.
- Räume, in
denen gearbeitet wird, gut belüften. Bei freigesetzten Schadstoffen nicht
Rauchen und offenes Feuer vermeiden.
- Obst,
Gemüse oder Salat aus überschwemmten Gebieten nicht verzehren
- Bei dicken
Ölschlammschichten in Gärten oder auf Feldern das Landratsamt bzw. das Amt für
Landwirtschaft verständigen
- Informationen
zu möglichen Badeverboten beachten
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