Wir zeigen Ihnen unser Dorf
Ortsführung durch Bad Kohlgrub
Zusammengestellt von Barbara Kronacker, Martin Doll, Hans
Gut, Rudolf Schnell und Georg Wojciak.
Bilder: Für Bad
Kohlgrub - Neue Liste
Vervielfältigungen und Nachdruck
nur mit Genehmigung der Verfasser!
| Thema | Bearbeiter |
| Haus der Kurgäste (Geschichtliches) | Rudolf Schnell |
| Kurpark | Georg Wojciak |
| Jochamler | Barbara Kronacker |
| Bader | Barbara Kronacker |
| Schwarzer Adler | Martin Doll |
| Pfarrhof - Dorflinde | Martin Doll |
| Schatzloch | Barbara Kronacker |
| Fuchs | Martin Doll |
| Samstraße | Georg Wojciak |
| Schule (Ortsgeschichte) | Rudolf Schnell |
| Eisenbahn | Rudolf Schnell |
| Heislawastl | Hans Gut |
| Becher | Hans Gut |
| Alte Schule | Schnell / Wojciak |
| Kirche St.Martin | Georg Wojciak |
| Kriegerdenkmal | Rudolf Schnell |
| Rathaus -Textilhaus Kraus-Frisör Hohenleitner | Rudolf Schnell |
| Lampl | Hans Gut |
| Jager | Rudolf Schnell |
| Maibaum | Rudolf Schnell |
| Anhang |
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Wandbild in der Schule:1965 von dem bekannten Münchner Kunstmaler und Porträtisten Toni Oberniedermayr geschaffen. Maltechnik: Auf den Mauerputz wurde eine Spezialfarbe aufgespachtelt,dann malte der Künstler mit dem Pinsel die Konturen der Bilder,malte mit Farben die entsprechenden Flächen aus,dann wurde die ganze Wandfläche mit Wachs überzogen und eingerieben. Aus der Geschichte unseres Dorfes: Wie eingangs unseres Rundgangs erwähnt waren die ersten Siedler in unserer Gegend Köhler. Evtl. nochmals erwähnen: Kelten-Römer-erste Rodungswelle-Köhler Pestzeit: 1632/33, in der Zeit des 30-jährigen Krieges, wütete in Kohlgrub ebenso wie damals in vielen Gebieten Deutschlands die Pest, nur zwei Ehepaare überlebten ohne Tod des Partners. Wegen der Ansteckungsgefahr trugen die Totengräber damals lange Kutten mit Kapuzen und die Pestopfer wurden außerhalb des Ortes, im heutigen St. Rochusfriedof begraben. Nach Abklingen dieser schrecklichen Seuche bauten die Überlebenden 1635 dort eine einfache Kapelle und weihten sie dem Pestheiligen, dem Hlg. Rochus. 1733 wurde dieses Kirchlein dann nach Plänen des bekannten Wessobrunner Baumeisters Schmutzer erweitert barockisiert und dabei mit herrlichem zarten Stuck versehen. Diese Kapelle eignet sich ideal für einen Morgen-bzw. Abendspaziergang. 1731 errichteten die Ettaler Mönche auf grund des Holzreichtums in der Aschau im Fuchsloch,(etwa 6 km östlich des Ortes), eine Glasschmelze. Der Quarzsand,das Rohmaterial für die Glasschmelze, wurde aus Beuerberg,etwa 40 km nordöstlich von Bad Kohlgrub mit Pferdefuhrwerken mühevoll herangeschafft. Viele Kohlgruber fanden als Glasschmelzer,Glasbläser oder als "Fuirer"(Heizer) eine lohnenden Beschäftigung. 1835 wurde auf dem Gagers-heutige Badstraße- eine optische Glasschleiferei errichtet. Produkte dieser Wekstätten z.B. Fernrohre und Lupen gingen in die ganze Welt und sind noch heute in Museen in Paris und New York zu finden. 1841 verstarb der Betriebsgründer Wörle. Sein Schwiegersohn verlegte den Betrieb mehr un mehr nach München. 1859 wurde die optische Fabrik versteigert.
Der neue Besitzer, Dr. Spengel,er hatte das nun leerstehende Gebäude der Glasschleiferei ersteigert, wurde vom letzten Glasschleifer Augustin Kiernzerle (eine Nebenstraße der Badstrße ist nach ihm benannt) darauf hingewiesen, daß dort eine Stahlquelle entspringt die von altersher in der Volksmedizin bei Nierenleiden als Trunk den Menschen Heilung brachte. Dieser Dr. Spengel erfuhr auch, daß die Kohlgruber bei Gelenkschmerzen oder wie Dorfbewohner sagten, wenn sie "`s Reißen" hatten, sich in einen Torfstich legten(Torf wurde damals zu Heizzwecken abgebaut) und das brachte Linderung und oft auch Heilung der Schmerzen. Hier können u,U. zwei kleine Erzählungen (siehe Beiblatt ) eingefügt werden. Dr.Spengel beauftragte namhafte Wissenschafler mit der Untersuchung der stahlhaltigen Quelle und Moores und die bestätigten die Erfahrungen des einfachen Volkes. Die Stahlquelle versiegte leider im Laufe der Jahrzehnte aber das Moor blieb in seiner Heilkraft bis heute erhalten. Und so wurde ein Kurort geboren. Bereits um 1895 war Bad Kohlgrub in Europa weitbekannt. In den Gästelisten der damaligen Kurzeitung finden wir u.a. Namen von Kurgästen aus ganz Deutschland, aus St.Petersburg, London, Edinburgh, New York, San Franzisco usw. Das Heufuhrwerk weist auf die Beziehung der Kohlgruber zur Landwirtschaft hin. Hier war es bedingt durch die klimatischen Verhältnisse und die schlechte Bodenqualität (nacheiszeitlicher Moränenboden besonders schwer dem Boden das tägliche Brot abzuringen). Der Wintersport hat in Kohlgrub eine lange Tradition, waren doch schon 1908 hier die ersten Deutschen Skimeisterschaften auf bayrischem Boden. ![]() Die Silhouetten der Klöster Ettal und Rottenbuch erinnern an die Zeit der Grundherrschaft und Gerichtsbarkeit der Mönche. |
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1900 wurde die von dem Kohlgruber Hotelier Baumgartner zur Förderung des Kurortes geplante Bahnlinie Murnau- Oberammergau ,eingeweiht. Sie gilt als erste elektrische Eisenbahn Deutschlands. Ursprünglich war die Bahnstrecke nur von Murnau bis Kohlgrub geplant ,aber im Rahmen der Passionsspiele 1900 schlossen sich auch die Oberammergauer diesem Projekt an. Baumgartner plante auch noch die Weiterführung der Strecke von Kohlgrub aus nach Bayersoien-Wildsteig-Steingaden und Lechbruck und eine Zahnradbahn auf das Hörnle, aber der 1. Weltkrieg verhinderte die Realisierung beider Projekte. ![]() |
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Erstmals erwähnt 1356 Hans von Kohlgrube Ursprung des Hausnamens durch Einheirat von Wastl Schiestl 1741 bei dem Scheffler Hans Mayr. Sein Schwiegervater besaß 3 Heislan (Häuslein) Nr. 6, 56 (Jochamler) und 66 (heutiges Rathaus). Baustil: Kleinbauernhaus im Kern 17., 18. Jahrhundert mit Bundwerk-Kniestock und Riegelausfachung im Giebel 1999 Umbau des landwirtschaftlichen Teils
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Drei Hausnummern durch Erbteilung Im Volksmund auch Dreifaltigkeitshaus genannt. Ursprung des Namens: Pechler = Pechmacher, Verarbeitung von Baumharz zu Salben, Wagenschmiere und zur Faßdichtung. Baustil: Bauernhaus mit Giebeltenne, verputzter Blockbau im Kern 17., 18. Jahrhundert, Bundwerkvorbau etwa im Jahr 1950 erneuert.
Erzählung: Als der Becher ein Austragler war, saß er eines Morgens um 7 Uhr auf der Hausbank mit einer Bierflasche in der Hand. Jemand fragte ihn, warum er so früh Bier trinke anstatt Kaffee. Der Becher begründete das mit Zeitersparnis: Ja mei, bis i d´Spa (Späne) mach und a Feier, dawei trink i ganz leicht a halbe Bier. |
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Kohlgrub erhielt bereits 1698 auf Betreiben der Mönche aus Rottenbuch eine eigene Schule. Die Alte Schule ist im Besitz der Gemeinde und steht unter Denkmalschutz.
Dieses Haus wurde im Jahr 1825 neu erbaut und 1876 um ein Stockwerk erhöht. Beachten Sie bei diesem Gebäude die Dachform: -ein abgewandeltes Walmdach. Ebenso wie das Dach des Pfarrhofs drückt es die besondere Stellung des Gebäudes aus. Das Gebäude war bis 1975 Schule. Heute wird es teilweise vom Modelleisenbahnclub genutzt, der im 1. Stock die Bahnstrecke Murnau - Oberammergau in Miniatur aufgebaut hat. Der Modellbahnclub lädt regelmäßig zu Vorführungen ein. |
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(Patrozinium 11. November) Die Pfarrkirche St. Martin wurde im 14. Jahrhundert, angenommen wird das Jahr 1342, erbaut.
Das Altarbild vom Jahr 1729 mit der Darstellung des Hl. Martin von Tours ist ein Werk des bekannten, aus Wildsteig stammenden Barockmalers Martin Speer. Die letzte Renovierung erfolgte im Jahr 1988, bei dem das spätgotische Ziffernblatt an der Ostseite des Turmes freigelegt wurde. |
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| Rathaus
-Textilhaus Kraus-Frisör Hohenleitner
Sie sehen hier einen "bäuerlichen Jugendstil". ![]() Zimmermeister Greinwald aus Bayersoien baute zu Beginn des 20. Jahrhunderts für den bekannten Jugendstilarchitekten Gabriel von Seidl (Seidl - Park in Murnau) aus München mehrere Villen, Bürgerhäuser und die Turnhalle in Murnau. Greinwald, der ja als Zimmermeister gelernt hatte auch Pläne anzufertigen versuchte sich dann auch mit Erfolg in Kohlgrub, Bayersoien und in der näheren Umgebung mit dem Bau von solchen Jugendstilhäusern. Das Rathaus war Gendarmerie-Station. |
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Ursprung des Namens: Lampel = träger, langsamer Mensch; einer, der alles mit sich anfangen läßt Baustil: Schwäbischer Einfirsthof, steiles Dach , kein Balkon, schmaler Dachvorsprung (im Gegensatz zu dem oberbayrisch - Tölzer Baustil des Fuchsbauern) Wandmalereien aus dem Jahr 1937 von Frau Simmet-Schedler zur Primiz des Pfarrers Peter Erhard.
Die Gemälde wurden 1950 übermalen und von Hans Höckenreiner um das Jahr 1980 wiederhergestellt. Darstellung des spanischen Heiligen Isidor, Patron der Bauern, mit dem Pflug den die Engel ziehen und der Heiligen Notburga, Patronin der Dienenden, mit der Sichel. S.a. Legenden beider Heiligen. Außerdem befindet sich folgender Spruch an der Hauswand: Wir säen und streuen den Samen auf´s Land, doch Wachsen und Gedeihen liegen in Gottes Hand. |
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Hier sehen sie ein typisch altbairisches Haus im Pfaffenwinkel.
Hier einige Erklärungen zu den Begriffen Altbaiern und Pfaffenwinkel. Altbaiern: Ursprüngliche Schreibweise für Bayern bis z. Zt. König Ludwigs I. war Baiern und umfaßte die heutigen Regierungsbezirke Oberbayern (Isar- und Innkreis) Niederbayern und Oberpfalz. Pfaffenwinkel: (Begriffsdefinition ist nicht einheitlich)im allgemeinen wird das Gebiet zwischen Loisach (Isar) und Lech u. Garmisch -Füssen und Landsberg u. Weilheim als Pfaffenwinkel bezeichnet. In diesem Gebiet entstanden durch Schenkungen der bairischen Herzöge viele Klöster-Ettal-Steingaden -Rottenbuch -Benediktbeuern usw. Mönche wurden auch Pfaffen genannt. Damals keineswegs eine ehrenrührige Bezeichnung-(Pfaffe als Schimpfwort wurde erst in der Aufklärungszeit üblich).Typisch für das altbairische Haus ist die Blockbauweise mit grob zugehauenen Baumstämmen, ein rundumlaufender Balkon (Altane), flaches schindlgedecktes Dach, kein ausgemauerter Giebel sondern ein Zierbund. Im Pfaffenwinkel ist der Balkenaufbau der Häuser verputzt und die Altane nur auf der Seite, um Platz zu schaffen für die Frescomalereien, die bei uns Lüftelmalereien heißen (nach dem bekannten Oberammergauer Frescomaler Franz Seraph Zwink (1748 bis 1792) der sich Lüftelmaler nannte. Bei einem Fresco wird das Bild auf den noch nassen Putz aufgemalt und ist deshalb lange haltbar. An diesem Haus sehen Sie eines der letzten Werke die dieser begnadete Autodidakt geschaffen hat. |
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Erläuterung der Währung zum Verkauf des Jochamleranwesens Rheinische Gulden: Gulden = Golden angelehnt an den Florint Goldstück aus Florenz (war um 1700 eine Art Leitwährung- wie heute der Dollar) 1 Rh. Gulden = 60 Kreuzer 1 Semmel kostete 1 Kreuzer 1l Bier " 3,5 Kreuzer Bei einem Vergleich mit dem Bierpreis heute kostete das Jochamlerhaus 1724 ca. 80 000 DM. Zu Bader allgemein: Der Bader war auch für die Sauberkeit , die Hygiene zuständig. Er stellte Reinigungsbäder zur Verfügung. Die Baderstuben waren ein gewisser gesellschaftlicher Mittelpunkt - vor allem in den Städten ( Agnes Bernauer ist wohl die berühmteste Badertochter.) Dorfstraße Bis 1907 floß der jetzt zugeschüttete Dorfbach offen durch den Ort. Vor fast jedem Haus, die meisten waren Bauernhäuser, stand ein Brunnen. In diesem wuschen und putzten die Frauen - vor allem im Frühjahr und Herbst machten die Frauen ihre Putzaktionen. Der elektrische Strom kam erst 1920 - 1922 es wurden nur einzelne Häuser angeschlossen - die Weiler bekamen den Strom erst später mit Blechkannen gingen die Kohlgruber zum Petroleum holen für ihre Lampen Textilhaus Kraus war Postagentur die Bauern hier hatten verhältnismäßig wenig Kühe für die großen Höfe - der Fuchsbauer hat um die Jahrhundertwende nur vier Kühe dafür hatten sie Geißen, diese wurden auf´s Hörnle, dem Goaßberg getrieben es gab sehr wenig Handel, die meisten waren Selbstversorger und es florierte der Tauschhandel Im Herbst kam ein großer Waggon mit Kraut, die Krautfässer wurden in den größeren Brunnen eingewässert und dann als Vitaminträger für den langen Winter Kraut eingestampft. Eine Einnahmequelle war die Pferdezucht. Bauern aus Niederbayern reisten hierher und kauften die Fohlen. Auch an das Militär wurden Pferde verkauft. Getreideanbau war hier durch das rauhe Klima nur erschwert möglich. Schwerer lehmiger Boden! Kirche Der Pfarrer hat bis nach dem 2. Weltkrieg bei Bedarf die Heuarbeit am Sonntag erlaubt. Oberbayerischer Bauerhof Im obb. Hof ist alles in einem Haus - unter einem Dach - Einfirsthof mit Giebeltenne, Mittertenne - Schutz vor Kälte - kurze Wege! Vitrine: Köhlerei Wandelhalle:Tafel Moor Ende Nun sind wir am Ende unseres Rundgangs angelangt,ich darf Ihnen herzlich für Ihre Aufmerksamkeit danken und Ihnen noch schöne, sonnige Tage in Bad Kohlgrub wünschen. Ich würde mich freuen, wenn Sie unser Dorf und den Kurort Bad Kohlgrub nicht vergessen würden. Weitere Informationen über unseren Ort finden Sie im "Kulturführer
für unsere Gäste", der auch auf lohnende Ausflugsziele in der
näheren Umgebung hinweist. Er ist in der Kurverwaltung für EUR
2,- erhältlich. Über das alte Kohlgrub und die Entwicklung zum
Heilbad informieren Sie auch zwei Bildbände die im örtl. Buchhandel
bzw. in der Gemeindebücherei erworben, bzw. ausgeliehen werden können.
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Informatives und Wissenswertes über den Ort |