MOOR

 
Was ist ein Moor ?
( Allgemein bezeichnet man eine mindestens 30 cm starke Schichtfolge von Torfen (eventuell auch mit Mudden), als Moor. Torf entsteht durch die Anhäufung und Aufstockung von Pflanzen, die nach einer bestimmten Zeit keinen Sauerstoff mehr zu sich nehmen, da sie unter Wasser kommen. Diese verfaulen dann nicht, da Bodenlebewesen aufgrund des niedrigen pH-Werts in ihrer Vitalität gehemmt sind. Ein Moor ist ein wasserreiches Gebiet mit bestimmten Pflanzengesellschaften, deren Reste sich unter Luftabschluß unvollständig zersetzen: zu Torf. Es gibt 3 Arten von Mooren: Hochmoor, Niedermoor und Übergangsmoor. Das Bad Kohlgruber Moor - ein Hochmoor 
 

Was ist ein Hochmoor?

Ein Hochmoor bildet sich in niederschlagsreichen Gebieten (mit humidem Klima, also mehr Niederschläge, als Verdunstung) auf nährstoffarmen Böden. Diese Moore sind unabhängig von Quellen und Grundwasser. Ihr Grundwasserspiegel ist nur durch Niederschläge gespeist. Das Hochmoor an sich verfügt über einen geringen pH-Wert, ist somit sehr sauerstoffarm und in der Zersetzung organischer Stoffe gehemmt. Dies hat zur Folge, daß sich rasch große Torfschichten ablagern können, da die abgestorbenen Pflanzen nur sehr langsam verrotten. Das Hochmoor ist in der Mitte weiter nach oben gewölbt, als an den Ufern, da in der Mitte mehr Torfschichten gestapelt werden. Dies liegt daran, daß die Pflanzen in der Mitte des Beckens schneller überflutet wurden. Das Moor des Rochusfeldes (850 m ü. N.N.) ist Bestandteil des Gebietes des ehemaligen Ammerseegletschers. Das Rochusfeldmoor ist in der postglazialen ausgeformten Landschaft entstanden und ist ein Moränenmoor mit ausgeprägter Hanglage. Die Mooroberfläche war ursprünglich sehr gewölbt, was schon erste Anzeichen für ein Hochmoor waren. Aufgrund der schon im vorigen Jahrhundert begonnenen Torfgewinnung wurde die Oberfläche jedoch stark verändert. Von einer Gesamtfläche von ca. 25 ha. sind für den Abbau von Badetorf bis jetzt ca. 15-18 ha. erschlossen. Die Torfmächtigkeit beträgt ca. 400 - 450 cm. Mineralischer Untergrund besteht vorwiegend aus kiesigem Ton- und Kiesersatz, welcher sehr kalkhaltig ist. Darüber folgt eine Schicht von 50 -60 cm Niedermoortorf. Anschließend Übergangsmoortorf mit einer Mächtigkeit von ca. 30 - 50 cm. Darüber liegt der Hochmoortorf mit 250 - 310 cm mächtiger Moorerde. Die nächste Schicht bildet die 60 cm mächtige Moorerde. Die darauf folgende Vegetationsschicht besteht aus einer kräftigen Grasnarbe, stellenweise aber auch Bleichmoorpolster, Braunmoos und Heidekraut. Auch Reste des ehemaligen Rauhwaldes sind zu erkennen, ebenso wie einige Bergkiefern und teilweise dichter Birken- und Fichtenbestand.

Der Abbau

Beginn: Bad Kohlgrub bekannt für seine 7 eisenhaltigen Quellen

1872 schrieb ein bedeutender Professor : "Moorbäder sind unter allen Umständen und sofort hier einzuführen."

1874 wird von Augustin Kienzerle zusammen mit dem Badearzt Dr. Liegl das erste Moorbad zubereitet.

1948 wird Kohlgrub "Bad".

1966 "Große Badetorfanalyse aus dem Moorlager Rochusfeld."

Fast flächendeckend wird das Rochusfeldmoor abgebaut. Es ist in einzelne Parzellen aufgegliedert. Der Badetorf wird dort im Handstich gewonnen. Das Moor wird bis auf wenige Dezimeter über dem Mineralboden abgebaut, nachdem die Vegetationsdecke (Bunkererde) abgehoben wurde. Aus technischen Gründen ist ein getrennter Abbau der einzelnen Torfschichten nicht möglich, was aber auch wegen der Beschaffenheit der Lagerstätte nicht nötig ist.

Die Verwendung

Das Moor wird täglich frisch abgebaut, zu den Kurgebieten befördert und dort sofort verarbeitet. Es wird in den Kurbetrieben aufbereitet, indem es in einem Zerreißwolf zerkleinert wird und in großen, doppelwannigen Rührkesseln zu einem dicken Brei angeteigt. Durch Zusatz von Heißwasser im Rührkessel wird der Torf zu einer dickbreiigen Masse. Mit Hilfe von Dampf wird es dann auf die für jeden Patienten vom Arzt individuell bestimmte Temperatur gebracht. Diese Temperatur muß genauestens eingehalten werden, da sonst gesundheitliche Schäden (Herz- und Kreislaufprobleme) beim Patienten auftreten können. Das benutzte Moor wird dann in Sammelgruben gefördert und mit Kesselwägen von den Kurbädern wieder auf die abgetorften Flächen des Rochusfeldes gebracht.

Heilzwecke

Moor kann vieles heilen: Rheuma, Gelenkerkrankungen, Wirbelsäulenschäden, Nervenschäden, Männer- und Frauenkrankheiten, Nachbehandlung von Unfällen, Osteoporose Die Moorbehandlung erzielt deshalb so hohe Erfolgsraten, da die Wärmeabgabe langsam und stetig von statten geht. In neuerer Zeit wird auch die Kaltmoortherapie angewandt. Vor allem bei akuten Erkrankungen, da auch die Kältewirkung auf akut entzündete Gelenke langsam und kontinuierlich abläuft.